Waalweg nach Tscherms zumTauferer Badl

Ausgangspunkt ist Lana, den steilen Raffeinweg hoch, vorbei am Aichbergweg – ein Naturlehrpfad mit Informationstafeln zur heimischen Fauna und Flora. Ein altbekannter Weg der nach Tscherms führt, vorbei an Obstwiesen, alten Kastanienhainen wie am Brandiswaalweg und alten Höfen, höher hinauf zum Tschermser Berg.

Das Panorama ist bei Sonnenschein und blauen Himmel atemberaubend schön. Das Etschtal liegt zu unseren Füßen. Der Dorfkern vonTscherms liegt im Tal und wurde bereits 857 urkundlich erwähnt. Alte Höfe und einige schöne Ansitze schmiegen sich inmitten von Obstwiesen und Weinbergen an den sonnenverwöhnten Hängen des Tschermser Berges. Schloss Lebenberg, eine Burganlage aus dem Jahre 1426, das Wahrzeichen von Tscherms, thront stolz und gut sichtbar am Tschermser Berg. Schloss Lebenberg kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden unter anderem ein französischer Ziergarten, malerische Innenhöfe, historische Säle, die Kapelle u.a.

Tscherms ist ein kleines Dorf, mit gerade mal 1000 Einwohner. Sehenswert und ebenfalls zu unseren Füßen inmitten des Dorfkerns die Pfarrkirche. Geweiht dem Heiligen Sebastian und dem Heiligen Nikolaus. Ein Bau mit Spitzpyramide aus dem 15. Jahrhundert. Im Jahre 1820 wurde die Pfarrkirche durch eine Erdmure verschüttet. Im Jahre 1820 – 1845 wurde der beschädigte Teil aufgebaut. Im Jahre 1928/29 wurde die Pfarrkirche nach einem Entwurf von Adalbert Wietek erneuert. Eine Restaurierung erfolgte im Jahre 1986 und 2009.

Inmitten des Tschermser Wald unweit von Schloss Lebenberg liegt die mineralhaltige Quelle Tauferer Badl. Die Quelle entspringt in der Nähe des ehemaligen Gast- und Badehaus, Tauferer Badl. Das Tauferer Badl war vom 19. Jahrhundert bis in die 70ger Jahre des 20. Jahrhundert in Betrieb. Menschen mit Gliederkrankheiten und Hautausschlägen suchten im heilkräftigen Wasser Linderung von ihren Leiden. Das Wasser ist sehr eisen- und mineralhaltig.

Heute erinnert eine Ruheoase, eine Brunnenplatte samt Wasserhahn unterhalb des ehemaligen Badehaus Tauferer Badl an die historische Mineralwasserquelle.

Der Heilige Sebastian ist einer der 14 Nothelfer und wird seit dem früher Mittelalter als “Pestheiliger” verehrt. Viele Kapellen und Kirchen in der Nähe eines Hospiz wurden dem Heiligen Sebastian geweiht. Die Bitte um Genesung der Kranken ließen ihn im Volksglauben eine große Verehrung widerfahren.

 

von Rainer Maria Rilke

Sankt Sebastian
Wie ein liegender so steht er;
ganz hingehalten von dem großen Willen.
Weitentrückt wie Mütter, wenn sie stillen,
und in sich gebunden wie ein Kranz.

Und die Pfeile kommen: jetzt und jetzt
und als sprängen sie aus seinen Lenden,
eisern bebend mit den festen Enden.
Doch er lächelt dunkel, unverletzt.

Einmal nur wird seine Trauer groß
und die Augen liegen schmerzlich bloß,
bis sie etwas leugnen, wie Geringes,
und als ließen sie verächtlich los
die Vernichter schönen Dinges.