Der Tartscher Bühel mit der romanischen St. Veith Kirche im Vinschgau – Südtirol

Kirche St. Veith und Tartscher Bühel

Das St. Veith Kirchlein bei Mals im oberen Vinschgau wurde auf dem schon in vorchristlicher Zeit besiedelten Tartscher Bühel auf Vorgängerbauten gegen Ende des 11. Jahrhunderts errichtet.
Unweit der Kirche wurde ein prähistorisches Haus aus der Bronzezeit ausgegraben. Es kann auf dem Rundgang um den Bühel besichtigt werden.
Der Tartscher Bühel birgt noch einige Geheimnisse die noch nicht entschlüsselt wurden. So befinden sich verschiedene symbolische Muster, Schalensteine (Sankt Hippolyt in Tisens) und sogenannte Kachelesteine, die Anlaß zu Vermutungen geben und deren Bedeutung uns immer noch ein Rätsel sind.

Dem Mythos nach soll sich hier, ein den weiblichen Gottheiten vorbehaltenes Heiligtum befunden haben. Das Altarbild im St. Veith Kirchlein, die hl. Drei Jungfrauen Margarethe, Katharina und Barbara, sollen die keltischen Muttergottheiten Aubet, Cubet und Guere darstellen. Mehrere Legenden umranken diesen, historisch interessanten Hügel. So soll sich in grauer Vorzeit ein Dorf befunden haben, deren Bewohner sehr wohlhabend und durch ihre Maßlosigkeit den Zorn Gottes auf sich gezogen haben. Durch eine Mure wurde das Dorf samt seinen Bewohnern verschüttet. Verschiedene Fruchtbarkeistrituale sollen dort ebenfalls stattgefunden haben, davon zeugen die Muttergottheiten Aubet, Cubet und Guere.

St. Vitus oder Veith, dem diese Kirche später geweiht wurde, musste der Legende nach als Jüngling das Martyrium erleiden. In der Kunst wird er oft als junger Knabe in einem Kessel aus dem Flammen emporsteigen, dargestellt. St. Veith ist einer der vierzehn Nothelfer, sein Gedenktag ist am 15. Juni – bezeichenderweise ist er auch der Schutzpatron der Jugend. Das Feuer der Leidenschaft brennt!

Im Inneren der Kirche sind noch Fresken romanischen Ursprungs erhalten und eine eigentümliche Stille umfängt den Besucher, reinigt für einen kurzen Augenblick den Intellekt und das Gemüt. Wie viele andere Kleinode ist auch dieses Kirchlein nur bei Führungen, veranstaltet vom Tourismusverein, zugänglich.

Einmalig ist dieser kleine Hügel, der Tartscher Bühel, auch seiner Aussicht wegen und trotz seiner Nähe zur Hauptstraße schirmen hohe, majestätisch wirkende Kiefern den Autolärm ab. Der kleine Hügel entpuppt sich als eine Oase der Ruhe, fast ein der Wirklichkeit entrückter Ort.

Inmitten einer grandiosen Bergwelt liegt das fruchtbare Tal mit dem Tartscher Bühel und der kleinen Stadt Glurns in der Ferne.