Der große Laugen (2434 m) und der kleine Laugen in Südtirol

Der Wetterberg oder auch Damenberg wie er in näherer Umgebung gern genannt wird zählt zu den ersten Gipfel dessen erklimmen durch Frauen urkundlich belegt ist. Der Edelmann Jacob von Boymont zu Payersberg notierte im August 1552 in seinem Tagebuch, er sei mit seiner Schwiegermutter und Gattin auf den höchsten Laugenspitz gegangen.

Zwei Gipfel, der große und der kleine Laugen bilden seine Spitze. In der Mulde dazwischen liegt der sagenumwobene Laugensee. An dessen Ufer hausen laut Sage die allerschlimmsten Wetterhexen. Daher rührt wohl auch der Name Wetterberg, denn am Laugensee angelangt kann das Wetter innerhalb von Minuten wechseln. Nebelschwaden ziehen auf, leichter Nieselregen setzt ein oder der Wind kommt aus dem Nichts und zerrt an Jacken und Gemüt.

Die bekannte südliche Route, die vom Gampenpass aus erreicht wird, ist eine leichte Gipfeltour für fast die ganze Familie. Der großzügige Parkplatz hierfür liegt am Gampenpass auf 1518 m. Im übrigen verbindet der Gampenpass Südtirol mit dem Trentino.
Ein breiter Waldweg führt zum Hochplateau und zur Laugenalm weiter bis zum Laugensee und hoch zur kleinen Laugen- oder großer Laugenspitze (2434 m).

Sage zum Laugensee: Hexen in Laugensee

Ein Hirtenbub hörte, daß im Laugensee Hexen verbannt seien und trieb einst neugierig seine Herde zum Laugensee hinauf. Droben trat der Knabe ans Ufer und warf einen geweihten Rosenkranz in die Flut.
Sogleich fing der See an zu wogen und wallen, ein furchtbares Unwetter zog sich zusammen, Blitze schlugen in die Viehherde ein und töteten viele Tiere. Auch der Hirtenknabe wurde von einem Blitzschlag getroffen, so dass er einen ganzen Tag lang bewußtlos am Ufer des Laugensees lag.
Verstört und verwirrt kehrte der Bub nach seinem Erwachen heim und hat nie mehr das Hexenvolk im Laugensee gestört.

Entnommen aus: Sagen aus Südtirol von Karl Paulin

Der erste Schnee fällt am Gampenpass. Die Laugenspitze leuchtet schneeweiß in der aufgehenden Sonne  ins Tal. Also auf zum letzten Spaziergang, hinauf zum Damenberg bevor uns ein erneuter Schneefall zwingt im Tal zu bleiben. Zumindest bis zur Laugenalm müßte der Weg noch ohne größere Mühe zu gehen sein. Anscheinend hatten nicht nur wir diesen Gedanken in die Tat umgesetzt. Eine Gruppe Wanderer genoß die kühle, frische Schneeluft genauso wie wir. Lachend zogen sie an uns vorbei, und nur noch einzelne Wortfetzen drangen zu uns. Bis auch diese in der Weite des schneebedeckten Waldes verschwanden. Hoheitsvolle Stille unterbrochen vom knirschenden Schnee unter unseren Schuhen und der letzte Ruf eines Vogels.