Jaufenburg im Passeiertal

Jaufenburg

Die Burgruine Jaufenburg, befindet sich auf einem Hügel oberhalb von St. Leonhard in Passeier. Der Hauptort St. Leonhard des Passeiertales liegt an der Auffahrt zum Jaufenpaß und am Rande des Naturparkes Texelgruppe.

Einst war die Burgruine Jaufenburg eine prächtige Burganlage die im 13./14. Jahrhundert von den Herren von Passeier erbaut wurde. Vollständig erhalten und der Besichtigung zugänglich, sind die 5 Stockwerke des Bergfriedes mit den Renaissance Wandmalereien von Bartime Dill Riemenschneider aus dem Jahre 1538. Im letzten Stockwerk wird man mit einem wunderbaren Blick über das Passeiertal bis hinunter ins Meraner Becken belohnt.

Schautafeln zur Burg- und Talgeschichte von Passeier, unter anderem die Entstehung und Bedeutung der einzigartigen Schildhöfe von denen es in St. Leonhard vier gibt und die Geschichte der Herren von Passeier und der Grafen Fuchs begleiten den Besucher die Stockwerke hoch bis zur Hörstation der Sagen und Legenden rund um die Jaufenburg. Die Schildhöfe (heute gibt es noch elf im Passeiertal) stammen aus dem 13. Jahrhundert, deren Bauern dienten dem Grafen mit Pferd und Reiter und erhielten als Lohn Adelsrechte (Steuerfreiheit, Jagd- und Fischereirecht)

Mehrere Sagen und Legenden umranken die geschichtsträchtige Jaufenburg und den geheimnisvollen Reiz den die Jaufenburg auf den Besucher ausübt wird mit jedem Schritt den wir uns der Burg nähern spürbar. Eine wundervolle Ruhe und trotz des leicht trüben Wetter umgibt die Jaufenburg eine heitere Gelassenheit. Einzelne kleine Fundstücke die bei Grabungen gefunden wurden laden uns ein den Bergfried zu erkunden. Steile Treppen führen uns hinauf bis in den 5. Stock und oben angelangt werden wir nicht nur mit schönen Bildern zur Sagenwelt von Jaufenburg belohnt, auch die Sonne hat sich einen Weg durch die Wolken gebahnt und den Blick bis tief ins Passeiertal freigegeben.

Legende zur Jaufenburg: Die Grafen Fuchs
Einst sollen die Grafen Fuchs ihre vielen Goldstücke in der Jaufenburg vergraben haben. Eine Magd des zum Schloß gehörigen Baumannhofes brachte einmal aus der Jaufenburgruine eine Schaufel voll mit glühender Kohle mit heim, die dann zu lauter Goldstücken wurden. Ähnliches erlebte auch ein Knecht, der einmal drei solcher Kohlehaufen sah, sich aber nicht näher heranwagte, da sie von einem fürchterlichen großen Hund, einer armdicken Schlange und einer weinenden Jungfrau bewacht wurden. Zuweilen um Mitternacht vernimmt man aus den Fenstern der Burg ein bitterliches Weinen. Ein blondgelocktes Fräulein soll unentwegt mit schmerzlichem Antlitz, gegen St. Leonhard gewendet, laut weinen.

Einst verliebte sich eine Fee die in einer Felsenhöhle nahe der Jaufenburg lebte in einen jungen Ritter der Jaufenburg. Da er ihre Liebe nicht erwiderte ersann sie eine List. Sie verwandelte sich in eine Bettlerin und just als der begehrte Ritter einmal ihren Weg kreuzte und sie um einen Trunk Wasser bat ließ sie heimlich eine Perle in den Becher fallen. Nachdem der Ritter den Becher geleert hatte, hatte sich sein Sinn verändert, er war von Liebe zu seiner Spenderin erfüllt, die plötzlich in ihrem früheren Liebreiz vor ihm stand. Er hob die Fee auf sein Pferd um mit ihr zur Jaufenburg zurück zukehren, als sie aus seinen Armen verschwand. Der Ritter, nicht wissend wie ihm geschah, irrte darauf hin durch die Wälder und fand den Weg zur Jaufenburg nicht mehr. Hilflos irrte er umher verlor das Pferd, verkaufte seine Kleider bis er nur mehr bettelnd von Hütte zu Hütte zog. Auf diese Weise verstrich ein Jahr, bis er zur Schmiede des Kalmtales kam. Am nächsten Tag war das Bußjahr um, welches ihm die Fee auferlegt hatte. Beim Erwachen des neuen Tages hieß ihn die Fee willkommen und legte ihm prächtige Kleider zurecht. Frohgemut führte er die so teuer erkaufte Braut endlich heim in die so lang gesuchte Jaufenburg.