Das Bienenmuseum in Wolfsgruben am Ritten

Im Plattnerhof am Ritten der im Jahre 1406 erstmal urkundlich erwähnt wird befindet sich das Bienenmuseum. Bis 1975 lebten die letzten zwei Bewohnerinnen auf diesem Hof, ohne Wasser und Strom. Die  Kaufmannsfamilie Gramm aus Bozen kaufte den Plattnerhof, das heutige Bienenmuseum, in den 80er Jahren und sanierte ihn, ohne den ursprünglichen Charakter des Wohntrakts zu verändern.  Die rauchgeschwärzte kleine Küche und die anderen Räume, sowie viele Alltagsgegenstände geben Einblick wie die Bergbauern  in vergangenen Zeiten lebten. Das Obstbaumuseum in Lana gibt Einblick in das Leben der Bauern und der Erntehelfer im Tal um die Jahrhundertwende.

Im Untergeschoß befinden sich historische Imkereigegenstände aus der Sammlung der Familie Gramm.  Alte Bienenstöcke, historische Honigschleudern und Imkerwerkzeuge – um nur einige zu nennen.

Das Bienenmuseum

Auf einer leichten Anhöhe liegt der Plattnerhof  wo das Bienenmuseum eine Heimat gefunden hat und mit jedem Schritt den man dem Museum näherkommt offenbart sich das Anwesen in seiner ganzen Schönheit und mit einer herrlichen Aussicht auf die Dolomiten und dem Ortler.  Selten habe ich ein Bauernhaus gesehen das mit solcher Sorgfalt saniert und dessen Umgebung mit soviel Harmonie und Liebe zum Detail gestaltet wurde und gepflegt wird.

Die Welt der Bienen erlebt man beim Rundgang des Lehrpfades im Freigelände des Bienenmuseums. Wissenswert und lehrreich sind die verschiedenen Stationen des Lehrpfades .  Was für interessante Tiere sind doch diese Bienen! Und natürlich fehlt auch der Heilige Ambrosius nicht, der Schutzheilige der Imker und Bienen.

Der Rundgang des Lehrpfades die Welt der Bienen – die so anschaulich erklärt und gezeigt wird, führt  auch am  Bildstock des Heiligen Ambrosius vorbei. Dem Zauber dieses friedlichen Fleckchen Erde auf dem der Heilige Ambrosius seinen Platz gefunden hat kann man sich wahrlich nur schwer entziehen.

Eine Augenweide ist der kleine Bauerngarten mit den vielen Blumen und dem einheimischen Gemüse. Rund um das Bienenmuseum am Ritten wachsen viele alte Kulturpflanzen, die den Bienen als Nahrung dienen, Holundersträucher, Heckenrosen, Vogelbeere, eine alte Apfel- und Birnensorte.  Die Salweide (Salix caprea) bietet den Bienenvölker im Frühjahr Futter für die Bienenlarven. Da nicht künstlich gedüngt wird erlebt man eine Artenvielfalt die seines gleichen sucht.

 

Der Ritten wurde schon sehr früh besiedelt, viele nachgewiesene Siedlungsplätze stammten aus der Urzeit. Oberhalb des Wolfsgrubener Sees ist eine davon.

Eine Reihe von Naturschönheiten begleiten den Wanderer dieses klimatisch besonders gesegneten Hochplateaus. Auch Künstler und Philosophen suchten seit jeher Inspiration und Erholung auf dem Ritten und lernten die wohltuende Ruhe dieser besonderen Bergwelt schätzen. Der höchste Punkt des Wandergebietes ist das Rittner Horn ( 2260 m ).

Die Rittner Erdpyramiden, die bis zu 30 m hoch sind, stehen im Finsterbachtal zwischen Mittelberg und Lengmoos, im Katzenbachtal und im Gastererbachtal bei Unterinn. Eine überzeitliche Erinnerung an die Zeit als die eiszeitlichen Gletscher Morännenlehm in Tälern abgelagert haben. Erdpyramiden wachsen solange bis der Deckstein herunter fällt. Der Moränenlehm aus dem die  Erdpyramide besteht  ist im trockenen Zustand steinhart, bei Regen verwandelt es sich in einen lehmigen Brei der ins Tal abfließt.

Die St. Nikolauskirche in Mittelberg am Ritten erbaut im 12. Jahrhundert ist eines jener Kirchlein das schon von weitem sichtbar auf einen kleinen Hügel thront und so wirkungsvoll das Bild dieser Landschaft mitprägt.  Die Wallfahrtskirche Maria Saal aus dem 16./17. Jahrhundert beherbergt ein sehenswertes Wandbild: die Muttergottes unterm Regenschirm.

Rittner Sage

Auf der höchsten Kuppe des Rittner Horns sollen noch Steinböcke vorkommen, die der Almgeist gebannt hat, sodaß sie für die Jäger unsichtbar sind und nur dem Almgeist als Reittiere dienen. Obwohl man die Rittner Steinböcke nicht sieht, so hört man doch oft den Zusammenprall ihrer Hörner, sobald sie in mutwilligem Kampfspiel aneinandergeraten.

Zieht der Almgeist vom Rittner Horn zu nächtlicher Fahrt über die Almen aus, so setzt er sich auf einen feurigen Steinbock und braust auf ihm unter wildem Hallo über die weite Hochebene.

Entnommen aus: Sagen aus Südtirol von Karl Paulin