Wandelhalle an der Passerpromenade in Meran

Die im Jugendstil errichtete Wandelhalle mit den sehenswerten Malereien der markantesten Südtiroler Sehenswürdigkeiten an der Passerpromenade in Meran und die Fresken in den Meraner Lauben.

Ehrfurchtsvoll präsentiert sich die rauschende Passer im Herzen der Kurstadt Meran nach regenreichen Tagen. Flussaufwärts neben dem Sandplatz beginnt die Winterpromenade, mit der reizenden Jugendstil-Wandelhalle, die ursprünglich dazu bestimmt war, Erholungsbedürftigen einen geschützten Ort der Ruhe zu bieten. Zahlreiche zeitgenössische Maler, u.a. Franz Lenhart, schmückten diese im 19. Jahrhundert mit ihren Werken und verwandelten die Wandelhalle in eine offene Bildergallerie.

Heute dient die Wandelhalle weniger den Erholungssuchenden als vielmehr den lustwandelnden Wanderer, der gemächlich die Passerpromenade entlang spaziert und sich von den gemütlichen Caffee’s zum verweilen einladen lässt. Die Winterpromenade längs der Passer führt bis zur „Römerbrücke“, 1616 erbaut. Sie ist die älteste Brücke von Meran und verbindet die Winterpromenade mit der Sommerpromenade, die bis zur steil abfallenden Gilfschlucht mit seinem schäumenden Wasserfall führt. Die Sommerpromenade ist reich an schattenspendenden Bäumen die am „Elisabeth Park“, der 1860 angelegt wurde, endet. Pappeln, Linden, Tannen säumen den Weg und der schönen und legendären Kaiserin Sissi, Elisabeth von Österreich (1837 – 1898) Gemahlin von Kaiser Franz Joseph wurde hier im Jahre 1903 ein Denkmal gesetzt.
Ausstellungen und zahlreiche Veranstaltungen finden im nahe gelegenen Kurhaus statt, u. a. die jährliche Wahl der beliebtesten Sportler Südtirols und natürlich der reizende Weihnachtsmarkt im Dezember.

Vorbei am Passeier Tor das im Mittelalter eine bedeutende Rolle spielte, mit Blick zur Zenoburg – beides architektonische Kleinoden, der Landesfürstlichen Burg bis zu den Meraner Lauben und seinen Fresken, die von einer tiefen Verehrung der Heiligen seiner ehemaligen Bewohner zeugen.

Gedicht von Hermann Claudius:

„Wenn so ein Baum in Abendstille steht und dunkel seine Krone breitet,
darin kein Blatt dem andern widerstreitet, so deucht er mich das frömmeste Gebet.
Ich weiß, es ist in mir, im Baume nicht.
Doch saug ich aus dem Baum die Stille:
es schweigt das Wort, es schweigt der Wille.
Und das Unwandelbare spricht.“