Völlan – Luftkurort bei Lana in Südtirol – Fotos

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Auf 700 m ü. d. M. oberhalb der Ortschaft Lana in Südtirol liegt in wunderschöner, hügeliger Lage das kleine Dorf Völlan. So liegt Völlan mit seinen schönen alten, weitverstreuten Einzelhöfen umgeben von Obstwiesen, prachtvollen Kastanienhainen und Wäldern hoch über dem Etschtal und wird nicht zu unrecht als Luftkurort bezeichnet. Völlan zählt ca. 1000 Einwohner und ist ca. 12 km von der Kurstadt Meran entfernt.

Schon in grauer Vorzeit war dieses günstig gelegene Gebiet um Völlan reich besiedelt. Die fast 8000 m2 große Fläche am sogenannten Kobaltbühel, eine prähistorische Anlage aus der späten Bronze- und Eisenzeit nimmt mehr Raum ein als die übrigen prähistorischen Niederlassungen im Tisner Mittelgebirge. Urkundlich erwähnt wird die Ortschaft Völlan erstmals im Jahre 1189 als Follano, ab dem Jahre 1315 wird der Ortsnamen Völlan in der noch heute gültigen Form geschrieben.

In alten Schriften wird erwähnt, daß die Säuberung des alten Fuhrweges von Völlan nach Lana, wo die Gemeinde Völlan über Auen und Wiesen verfügte von den umliegenden Gehöften getätigt werden mußte. Angefangen bei der Kirche Sankt Severin in Völlan bis zum Gries in Lana mußte der Fuhrweg von herabfallenden Ästen gesäubert werden, um den Fuhrwerken ein Durchkommen zu gewähren. Erst in unserem Jahrhundert wurde dieser uralte Pfad durch den Bau der Gampenstraße und die davon abzweigende Fahrstraße nach Völlan ersetzt.

Neben der Waldwirtschaft waren die Kastanien eine gute Einnahmequelle, welche zu den schmackhaftesten im ganzen Lande zählen und die bis Mitte des letzten Jahrhunderts den Völlanern Bauern ein gutes Einkommen sicherten. Der Kastanien Erlebnisweg (seit 2008) erinnert an die ehemalige, manchmal eine der wenigen Einnahmequellen der Bauern, für die die Herrschaften aus den Städten gut zahlten. Heute sind die ehemaligen Wiesen und Kornfelder mit Äpfelbäumen bepflanzt und Gäste wie Einheimische wissen die Schönheit der Landschaft und seinen umliegenden und leicht erreichbaren Wanderwegen zu schätzen.



Erwähnenswert ist auch die mächtige Mayenburg die auf einen langgezogenen Felsrücken immitten von Völlan trohnt. Diese beeindruckende Burgruine, die erstmals 1229 urkunkundlich erwähnt wurde, erfuhr in den letzten Jahren vom heutigen Besitzer eine schonende Instandhaltung. Der mächtige 23 m hohe und 11 m breite Bergfried zählt in Südtirol zu den beeindruckendsten seiner Art.  Die Mayenburg ist in ihrer ursprünglichen Form auf einem Fresko im Sakristeigewölbe der Völlaner Pfarrkirche Sankt Severin zu erkennen. Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Mayenburg von Völlan mehrfach verändert und vergrößert.


Wunderschön ist die kleine barocke Kapelle Sankt Magdalena zu Oberlehen. Im Jahre 1705 gebaut enhält die kleine Kapelle äußerst farbenfrohe Fresken.


Auf einen sanften Hügel der Ortschaft Völlan wurde die Pfarrkirche zum Heiligen Severin gebaut. Im Jahre 1430 übernahmen die Brüder vom Deutschen Orden die Seelsorge in Völlan und führten an der alten Kirche Umbauarbeiten durch. Im Jahre 1433 wurde diese dem Heiligen Severin geweiht, von diesen Umbauarbeiten ist noch der Turm mit Spitzbogenfenstern und der Chor übrig sind. Schöne spätgotische Wandgemälde aus dem 15. Jahrhundert schmücken den Chor.  Im 18. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche zum Heiligen Severin in Völlan zum zweiten mal umgebaut und im Jahre 1956 um einige Meter verlängert.

Völlan kann auch auf eine lange gastgewerbliche Tradition zurückblicken, bedingt durch seine Lage am uralten Gampenweg der das Etschtal und seinen Orten mit dem Tisner Mittelgebirge (Tisens) und das Nonstal auf der Trientner Seite verband.

Im Jahre 1816 wurde das tief im Wald gelegene Völlaner Heilbad, das Völlaner Badl eröffnet, dessen Wasser eine heilkräftige Wirkung gegen Glieder- und Ausschlagkrankheiten hat.

Eine schöne Bereicherung für Völlan und seinen Gästen stellt das hervorragend ausgestattete Völlaner Bauernmuseum (1977) dar. Bäuerliches Alltagsgut wurde von geschichtskundigen Heimatpfleger gesammelt, zusammengetragen und ist nun als eine wohlgeordnete Sammlung im Völlaner Bauernmuseum zu sehen. Geöffnet von März – Oktober.



Heute bietet Völlan  Feriengästen auch eine große Auswahl an Unterkünften.

Zahlreiche Wanderwege führen von Völlan in eine herrliche, noch weitgehend unberührte Natur, von sonnigen Kastanienhainen bis hinauf  in die frische, luftige Höhe der Wälder. Unter anderem führen gute, sorgsam markierte Wege von Völlan nach Naraun  zur Sankt Hippolyt Kirche, zum großen und kleinen Laugen, schöne uralte Pfade führen von Völlan zum Weiler Ackpfeif und Lana, gut ausgeschilderte Wege nach Platzers (1280 m.ü.d.M.) und ins malerische Höllental nach Sankt Pankraz ins Ultental. Hier im Höllental verläuft seit uralten Zeiten die Grenze von Völlan zum Ultental.