Die Skulpturenausstellung “FIGURA” in der Festung Franzensfeste Südtirol

In der Festung Franzensfeste in Südtirol fand vom 22.07.-21.10.2011 eine besondere Ausstellung von Skulpturen statt. Die Geschichte der Skulptur von Südtirol/Tirol/Trient nach 1945 festgeschraubt am Begriff “Figura”, organisiert von der Autonomen Provinz Bozen, Abteilung Museen.

Das Thema “FIGURA” brachte die Werke der Künstler, angefangen kurz nach 1945 bis herauf in die Moderne hervorragend zur Geltung.

Skulpturen von 31 BildhauerInnen brachten für kurze Zeit Leben in die kahlen Räume der Festung Franzensfeste. Die kühle, leicht beklemmende Ausstrahlung der Räume der Festung Franzensfeste eignete sich hervorragend für die ausgewählten Skulpturen. Die Werke der Künstler und Künstlerinnen beherrschten den Raum nahmen ihn ein, verwandelten ihn, erzählten seine Geschichte neu. Berührt von der Aussagekraft der Skulpturen und diese gekonnt in Szene gesetzt, verließen wir Besucher und Betrachter die Festung Franzensfeste; nicht ohne noch einmal einen Blick zurück zu werfen auf diese imposante Festung, die im Jahre 1833 unter Erzherzog Johann von Österreich seinen Anfang fand.

Im Jahre 1838 fand die Einweihung unter Kaiser Ferdinand von Österreich statt, benannt wurde sie nach dem 1835 verstorbenen Kaiser Franz I. Sie ist ein Kunstwerk österreichischer Kriegsarchitektur. Die Baupläne stammten vom Heeresingenieur Franz von Scholl. Raffiniert geplant, jedes Detail diente nur einem einzigen Ziel: Die Festung uneinnehmbar zu machen. Aber der Feind für den Österreich dieses Bollwerk bauen ließ kam nie.

Das enge Gelände des Eisacktales wird für den Bau bestens genützt. Sie ist in drei autonome Forts unterteilt die unterirdisch miteinander verbunden sind, Außenmauern aus glatten Granit-Quadern, Dächer mit mehreren Erdschichten, eine Festung die fast 200.000 Quadratmeter umfaßt. Unzählige leere Räume, unterirdische Stollen, Gängen und Gewölben und eine spektakuläre Treppe mit 451 Stufen, 75 Höhenmeter. Nach erklimmen der 451 Stufen, gewährt die Treppe dem Besucher eine ungewöhnlich schöne Perspektive, gradlinig 75 Höhenmeter hinunter. Diese unterirdische Treppe wurde von den Ingenieuren als sichere Verbindung vom mittleren zum oberen Fort gebaut.

Das Haupteingangstor besteht aus wuchtigen Granitblöcken und mit einer lateinischen Inschrift versehen, einer Widmung an die österreichischen Kaiser Franz I. und Ferdinand. Die Kapelle im Hof der Franzensfeste wurde im Jahre 1845 im Neugotischen Stil errichtet. Die Kassetten im Inneren der Kapelle sorgen für eine ausgezeichnete Akustik. Und diese war wohl vonnöten, damit auch die wachhabenden Soldaten vor der Kapelle die Worte des Pfarrers hören konnten.
Im Jahre 1867 wird Platz für die Schienen der ersten Bahn benötigt. Da dieser bei Franzensfeste nicht vorhanden war, wurde eine Verdeidigungsmauer abgeschliffen und der Bahnlinie wurde so zwischen dem mittleren und oberen Fort Raum gegeben. 1872 durchbricht die Pustertalbahn das untere Fort. Eine Brücke führt über die tiefe Schlucht und verbindet diese mit der unteren Festung. Franzensfeste mußte sich nie verdeidigen, der Feind für den dieses Bollwerk gebaut wurde kam nie.

Nach dem ersten Weltkrieg, als Südtirol dem italienischen Staat angegliedert wurde, übernahm das italienische Militär die Verwaltung von Franzensfeste. Bis zum Jahre 2003 hatte das italienische Militär die Festung inne, der Zutritt war durch Verbotstafeln untersagt.
Die Festung regte die Fantasie der Bevölkerung an, wilde Geschichten machten die Runde. Von geheimnisvollen Goldschätzen die dort deponiert wurden war die Rede. Tatsache ist, daß die US-Armee im Jahre 1945 Gold in einem Stollen endeckte, das der italienischen Regierung zurück gegeben wurde.

Im Jahre 1970 wurde die Autobahn zwischen dem mittleren und oberen Fort gebaut.

Seit 2005 ist die Festung Franzensfeste für Besucher in den Sommermonaten geöffnet – kahl und leer ist die Franzensfeste, nur Gebrauchsspuren erinnern daran, daß bis zum Jahre 2003 hier das Militär stationiert war.

Heute können unter sachkundiger Führung die unterirdischen Gänge und Stollen besichtigt werden und die Festung Franzensfeste wird für kulturelle Ausstellungen und für Liederabende genutzt.

Einige Skulpturen:

Die Künstler und Künstlerinnen waren: Lois Anvidalfarei, Franz Bacher, Julia Bornefeld, Mauro De Carli, Aron Demetz, Eraldo Fozzer, Bruno Gironcoli, Friedrich Gurschler, Franz kehrer, Hubert Kostner, Josef Kostner, Fausto Melotti, Walter Moroder, Guido Muss, Oswald Oberhuber, Franz Pöhacker, Hans Pontiller, Martin Rainer, Sylvie Riant, Hermann Josef Runggaldier, Thaddäus Salcher, Peter Senoner, Rudolf Stingel, Gina Thusek, Alcide Tico, Elmar Trenkwalder, Claudio Trevi, Simone Turra, Rudi Wach, Bruno Walpoth und Othmar Winkler