Pflanzengeschichten: Mistel

In der griechischen Mythologie wird erzählt, dass Aeneas mit Hilfe eines Mistelzweiges in das Reich der Unterwelt eintrat, denn dieser immergrüne Zweig ermöglichte ihm, in die Welt der Lebenden zurückzukehren, wann immer er es wünschte.
Im Volksglauben wurde er zum Symbol des Lebens, da die Mistel im tiefsten Winter grünt und im Dezember geerntet wird. Der Brauch zu Weihnachten jemanden einen Mistelzweig zu schenken soll dem Beschenkten Glück bringen. Einen Mistelzweig an der Haustür angebracht läutet die Weihnachtszeit ein und in England wird die Mistel auch als Weihnachtsschmuck verwendet.
Schon in der jüngeren Edda wird die Mistel erwähnt, der blinde Hödur tötete damit den Lichtgott Baldur.

Bei den Griechen und Römern galt die Pflanze als ein Symbol der Kraft. Der lateinische Name der Mistel ist viscus und kommt von „vis“ = Kraft.

Von den Galliern ist überliefert, dass sie die Mistel mit einer goldenen Sichel vom Baum holten und bevor diese den Boden berühren konnte mit einem weißen Tuch auffingen und diese für Heilzwecke nutzten.